Ein Rückblick auf die Naturschutztage am Rhein 2015 – Mehr Wildnis am Gewässer wagen!

Hubert Weiger

 

Liebe Gewässer- und Naturschützer*innen, 

liebe Freunde und Freundinnen des BUND,  

 

Der Blick aus dem Konferenzraum auf den Rhein und die eher parkähnlich gestaltete,  ehemalige Auenlandschaft hier in Königswinter passte zur zentralen Frage der diesjährigen Naturschutztage am Rhein: Ist mehr Wildnis am Fluss möglich und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? 

Offensichtlich hat dieses Thema gezündet, so dass die zweiten Naturschutztage am Rhein sehr gute Resonanz fanden.

 

Umweltminister Johannes Remmel hat dankenswerterweise am Freitag die Naturschutztage mit einem Impuls für mehr Wildnis in NRW eröffnet. NRW Landesvorsitzende Holger Sticht stellte das BUND Konzept hierzu vor und Lutz Dalbeck berichtete über Erfahrungen mit dem Wildtier Biber in NRW. Es schloss sich eine interessante Podiumsdiskussion, mit den Referenten, dem Minister und dem Leiter des hiesigen Forstamtes, Uwe Schölmerich an, unter lebhafter Beteiligung des Publikums. Alles in allem ein anspruchsvoller und ansprechender Auftakt!    

 

Auch für den Samstag hatte der BUND Nordrhein-Westfalen und die BUND Rhein AG  wieder ein interessantes Programm zusammengestellt, unter Beteiligung von Experten und Entscheidern des Landesumweltministeriums, des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und anderer Fachinstitutionen. So haben wir u.a. über die Voraussetzungen für mehr Dynamik an und im Gewässer, dem Nutzen für die Gesellschaft, über neue Entwicklungen und Konzepte berichtet und intensiv diskutiert. 

Nach einer kritischen Betrachtung des Umsetzungsprozesses der Wasserrahmenrichtlinie am Rhein und einem Blick auf bedenklichen Entwicklungen auf europäischer Ebene ist es uns dann auch noch gelungen, gemeinsam und einstimmig ein Memorandum zu verabschieden. In diesem werden problematischen Entwicklungen im Gewässerschutz aufgezeigt und klare Forderungen und Botschaften der BUND Landesverbände am Rhein vermittelt.  

 

Der Sonntag bot dann eine sachkundig geführte Exkursion in eine typische Rheinauenlandschaft (Rheidter Werth), bei der exemplarische Umsetzungskonflikte unmittelbar erörtert werden konnten. Intensive Freizeitnutzung und Ansprüche an die Verkehrssicherung kollidieren hier mit der Notwendigkeit für brütende oder überwinternde geschützte Tierarten der Auenlandschaft Refugien zu bewahren.   

 

Allen Referentinnen und Referenten, unserem fachkundigen Moderator, allen fleißigen Helfern und Organisatoren, sei herzlich für diese gelungene Tagung gedankt!

Ein besonderer Dank geht auch an die Stiftung Umwelt und Entwicklung, die die Tagung gefördert und ermöglicht hat, aber auch den unterstützenden BUND Landesverbänden und der Deutschen Naturschutzakademie für ihren Beitrag

 

Wir wollen auch künftig dem Rhein eine Stimme geben und auch 2016 die „Naturschutztage am Rhein“ durchführen.

 

Der Rhein braucht weiter unser Engagement! 

 

Hubert Weiger 

3te Naturschutztage am Rhein 2016
BUND
Mit freundlicher Unterstützung:
DNA
SUE-NRW