Terminhinweis: WRRL-Verbändeforum am 31.8.-1.9.2018 in Bonn

Am 01. September 2018 finden die 4. Naturschutztage am Rhein in Bonn als Workshop statt.
Programmablauf finden Sie hier.

 

EU-Fitness-Check und Zielerreichung der Wasserrahmenrichtlinie bis 2027?

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde ökologisch intakter Gewässer,

gerne möchten wir Sie auf unser nächstes WRRL-Verbändeforum hinweisen und schon jetzt dazu einladen. Bitte merken Sie sich den Termin schon einmal vor.

 

WRRL-Verbändeforum 2018

Termin: Freitag, der 31.08.2018 ab etwa Mittag bis Samstag, den 01.09.2018 ca. 15.45 Uhr (Ende des Abschlussplenums)

Ort: in den Räumen des Bundesamts fu?r Naturschutz, Bonn

2018 ist fu?r die Zukunft der europäischen Gesetzgebung zum Erhalt unserer wichtigsten Ressource Wasser ein entscheidendes Jahr. Die EU-Kommission führt einen sogenannten Fitness-Check der Wasserrahmenrichtlinie durch. Sie will damit überprüfen, ob die Richtlinie noch ihren Zweck erfüllt. Unter der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs erfährt die Debatte auf der Europäischen Wasserkonferenz vom 20.–21. September 2018 einen Höhepunkt. Im Vorfeld wollen die Umwelt- und Naturschutzorganisationen BUND, GRÜNE LIGA, NABU, WWF und der DNR ihr gemeinsames Wasserrahmenrichtlinie-Verbändeforum durchführen und mit Vertreter*innen von Politik, Verwaltung und Verbänden den EU Fitness-Check kritisch begleiten.

Neben dem EU Fitness-Check sollen auch die erheblichen Defizite bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie betrachtet werden; insbesondere mit Blick auf die für die Erreichung der Ziele im dritten Bewirtschaftungszyklus (2021-2027) notwendigen Schritte.

Da die Tagung in der Nähe des Rheines stattfindet, soll dieses WRRL-Verbändeforum auch unter dem Vorzeichen der inzwischen „4. Naturschutztage am Rhein“ durchgeführt werden.

 

Aktuelle Informationen finden Sie immer unter https://www.wrrl-forum.de/

 

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Schönauer, Laura von Vittorelli, BUND – Julia Mußbach, NABU – Ilka Dege, DNR Beatrice Claus, WWF Deutschland – Michael Bender, GRÜNE LIGA

 

 

Zusammenfassung der Tagungsergebnisse von Dr. Georg Gellert, Dr. Manfred Dümmer und Paul Kröfges 

Eröffnet wurde der fachliche Teil der Veranstaltung vom Bundesvorsitzenden des BUND Prof. Dr. Hubert Weiger, der den Zustand unserer Gewässer kritisch bewertete. Passend zum Motto „Naturschutztage am Rhein“ stellte er fest, dass der Rhein für alles das steht, was ihm in 150 Jahren Industriegeschichte zugemutet haben. Weitere eher alarmierende Feststellungen waren:

 

  • Die statistischen Wahrscheinlichkeiten von Prognosen werden immer größer. 

  • Immer mehr Geld muss aufgewendet werden, um der Schäden Herr zu werden. 

  • Staatlich festgelegte Verpflichtungen werden nicht erreicht (wie die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie). Eine solche Tatsache wird dazu nur noch einfach hingenommen. 

  • Untätig sein bedeutet immer höhere Kosten. 

  • Die Prioritäten im Haushalt müssen umgeschichtet werden, um weniger in Reparaturen sondern mehr in die Prophylaxe zu investieren. Die Bevölkerung unterstützt diesen Ansatz. 

  • Flüsse müssen naturnah umgestaltet werden. Das Wasser muss wieder in die Aue und nicht in den Keller fließen.

 

 

Die Bundesregierung hat dieses Ziel erkannt und das Programm „Blaue Band“ für die Bundeswasserstraßen aufgelegt. Das Besondere daran ist, dass die Maßnahmen aus dem Haushalt des Bundesverkehrsministeriums finanziert werden.

 

Herr Dr. Christoph Aschemeier vom MULNV NRW versicherte zunächst, dass die neue Landesregierung aus CDU und FDP weiterhin den Schutz des Wassers als eine zentrale Aufgabe ansieht. Als weitere Leitlinien der Wasserpolitik wurden genannt:

 

  • Bei den Mikroverunreinigungen sollvorrangig an den Ursachen angesetzt werden, es soll keine flächendeckende Einführung der 4. Reinigungsstufe geben.

  • Erfolgreiche Kooperation (wie z. B. die Landwirtschaft mit der Trinkwassergewinnung) sollen fortgesetzt und auf weitere Grundwasserkörper ausgedehnt werden.

  • Im Rahmen des Hochwasserschutzes sollen die Gewässer ertüchtigt werden.

 

 

Zum Stand der Dinge: nur wenige Oberflächengewässer sind laut dem Bewirtschaftungsplan 2015 in einem guten Zustand. 

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Ein Rückblick auf die Naturschutztage am Rhein 2015 – Mehr Wildnis am Gewässer wagen!

Hubert Weiger

 

Liebe Gewässer- und Naturschützer*innen, 

liebe Freunde und Freundinnen des BUND,  

 

Der Blick aus dem Konferenzraum auf den Rhein und die eher parkähnlich gestaltete,  ehemalige Auenlandschaft hier in Königswinter passte zur zentralen Frage der diesjährigen Naturschutztage am Rhein: Ist mehr Wildnis am Fluss möglich und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? 

Offensichtlich hat dieses Thema gezündet, so dass die zweiten Naturschutztage am Rhein sehr gute Resonanz fanden.

 

Umweltminister Johannes Remmel hat dankenswerterweise am Freitag die Naturschutztage mit einem Impuls für mehr Wildnis in NRW eröffnet. NRW Landesvorsitzende Holger Sticht stellte das BUND Konzept hierzu vor und Lutz Dalbeck berichtete über Erfahrungen mit dem Wildtier Biber in NRW. Es schloss sich eine interessante Podiumsdiskussion, mit den Referenten, dem Minister und dem Leiter des hiesigen Forstamtes, Uwe Schölmerich an, unter lebhafter Beteiligung des Publikums. Alles in allem ein anspruchsvoller und ansprechender Auftakt!    

 

Auch für den Samstag hatte der BUND Nordrhein-Westfalen und die BUND Rhein AG  wieder ein interessantes Programm zusammengestellt, unter Beteiligung von Experten und Entscheidern des Landesumweltministeriums, des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und anderer Fachinstitutionen. So haben wir u.a. über die Voraussetzungen für mehr Dynamik an und im Gewässer, dem Nutzen für die Gesellschaft, über neue Entwicklungen und Konzepte berichtet und intensiv diskutiert. 

Nach einer kritischen Betrachtung des Umsetzungsprozesses der Wasserrahmenrichtlinie am Rhein und einem Blick auf bedenklichen Entwicklungen auf europäischer Ebene ist es uns dann auch noch gelungen, gemeinsam und einstimmig ein Memorandum zu verabschieden. In diesem werden problematischen Entwicklungen im Gewässerschutz aufgezeigt und klare Forderungen und Botschaften der BUND Landesverbände am Rhein vermittelt.  

 

Der Sonntag bot dann eine sachkundig geführte Exkursion in eine typische Rheinauenlandschaft (Rheidter Werth), bei der exemplarische Umsetzungskonflikte unmittelbar erörtert werden konnten. Intensive Freizeitnutzung und Ansprüche an die Verkehrssicherung kollidieren hier mit der Notwendigkeit für brütende oder überwinternde geschützte Tierarten der Auenlandschaft Refugien zu bewahren.   

 

Allen Referentinnen und Referenten, unserem fachkundigen Moderator, allen fleißigen Helfern und Organisatoren, sei herzlich für diese gelungene Tagung gedankt!

Ein besonderer Dank geht auch an die Stiftung Umwelt und Entwicklung, die die Tagung gefördert und ermöglicht hat, aber auch den unterstützenden BUND Landesverbänden und der Deutschen Naturschutzakademie für ihren Beitrag

 

Wir wollen auch künftig dem Rhein eine Stimme geben und auch 2016 die „Naturschutztage am Rhein“ durchführen.

 

Der Rhein braucht weiter unser Engagement! 

 

Hubert Weiger 

BUND
Mit freundlicher Unterstützung:
DNA
SUE-NRW